Handwerk unter Strom: Jeder zweite Betrieb fährt bereits elektrisch – doch der Durchbruch stockt
Repräsentative MHC-Umfrage: 42% der Handwerksbetriebe nutzen E-Fahrzeuge, weitere 28% planen Umstieg – dennoch bremsen strukturelle Hürden die Elektrifizierung
Bockel, 15. August 2025 – Das deutsche Handwerk zeigt sich gespalten in seiner Haltung zur Elektromobilität, obwohl sich Elektrofahrzeuge bei Betrieben bereits großer Beliebtheit erfreuen. Eine aktuelle repräsentative Umfrage von MHC Mobility unter deutschen Handwerksbetrieben zeigt: 42 Prozent nutzen bereits E-Fahrzeuge, weitere 28 Prozent planen den Umstieg oder beschäftigen sich intensiv damit. Doch trotz dieser beachtlichen Quote von 70 Prozent E-Mobilität-Affinität offenbart die Studie erhebliche strukturelle Hemmnisse, die eine flächendeckende Elektrifizierung der Branche verzögern.
Handwerk unter Strom / Wie weit ist die Branche beim Umstieg?
- 42 %: der Betriebe setzen bereits E-Fahrzeuge ein
- 28 %: planen den Umstieg oder sind intensiv damit beschäftigt
- 29 %: Aktuell kein Thema
- 0,4 %: Weiß nicht/ keine Angabe
- Insgesamt 70 % zeigen eine hohe „E-Mobilitätsaffinität“
Spannung zwischen Bereitschaft und Umsetzung
„Die Zahlen zeigen eine bemerkenswerte Entwicklung“, sagt Rainer Thies, Geschäftsführer bei MHC Mobility Deutschland. „Einerseits ist das Handwerk deutlich offener für E-Mobilität als gemeinhin angenommen – andererseits bremst die Umsetzung sehr konkrete strukturelle Hürden. Das ist weniger ein Technologie- als vielmehr ein Strukturproblem.“
Die Detailanalyse untermauert diese Einschätzung – und zeigt zunächst einen interessanten Befund: Knapp ein Viertel der Befragten (24 Prozent) sieht keinerlei Hindernisse und steht E-Fahrzeugen offen gegenüber. Gleichzeitig werden aber auch klare Barrieren sichtbar: An erster Stelle nennen 40 Prozent Lade- und Parkplatzprobleme, gefolgt von den hohen Anschaffungskosten (38 Prozent). 22 Prozent bemängeln fehlende passende Fahrzeugmodelle, 17 Prozent kritisieren unflexible Vertragsmodelle.
Ladeinfrastruktur als kritischer Engpass
Besonders aufschlussreich ist, dass Lade- und Parkplatzprobleme das größte Hindernis darstellen. „Viele Handwerksbetriebe stehen unter zunehmendem
Nachhaltigkeitsdruck ihrer Auftraggeber“, erläutert Thies. „Öffentliche Ausschreibungen, aber auch private Bauherren fragen immer häufiger nach
umweltfreundlichen Anfahrten zur Baustelle. Gleichzeitig rechnen die Betriebe sehr genau – ein E-Transporter, der nicht zuverlässig aufgeladen werden kann, ist schlicht nicht praxistauglich.“
Diese Spannung erkläre auch, warum trotz hoher grundsätzlicher Bereitschaft, E-Fahrzeuge anzuschaffen, viele Betriebe zögerten. „Es ist nicht Technikfeindlichkeit, sondern Pragmatismus“, so Thies weiter. „Die Handwerker brauchen verlässliche, bezahlbare Lösungen – nicht Kompromisse.“
Nachhaltigkeit wird dabei zunehmend zum Geschäftsfaktor.
Beratungslücke als unterschätzter Faktor
Die Umfrage zeigt auch eine Beratungslücke auf: 11 Prozent der Betriebe fühlen sich unsicher bei der Auswahl geeigneter Fahrzeuge und der Planung der notwendigen Infrastruktur. „Hier wird oft unterschätzt, wie komplex der Umstieg tatsächlich ist“, beobachtet Thies. „Es geht nicht nur um das Fahrzeug selbst, sondern um Ladeplanung, Routenoptimierung, Backup-Strategien für Notfälle.“
Besonders kleinere Betriebe seien oft überfordert mit der Vielfalt der Optionen und den langfristigen Bindungen klassischer Leasingverträge. „Ein Zwei-Mann-Betrieb kann sich keine Fehlentscheidung über 36 Monate leisten. Wenn das E-Fahrzeug nicht funktioniert, ist das existenzbedrohend.“
Unsicherheit führt dazu, dass trotz grundsätzlicher Bereitschaft der Umstieg verzögert wird. Dabei wären viele Betriebe durchaus bereit, sofort zu handeln – wenn sie die nötige Sicherheit hätten.
Hier stockt der Durchbruch – Hürden beim Einsatz von E-Fahrzeugen/ Welche Hindernisse sehen Handwerksbetriebe beim Umstieg?
- 40,4 %: Lade- und Parkprobleme (Betrieb/Baustellen)
- 38,1 %: Hohe Anschaffungskosten
- 22 %: Fehlende passende Fahrzeugmodelle
- 17,4 %: Fehlende flexible Vertragsmodelle / Bindungsangst
- 10,7 %: Unsicherheit / fehlende Beratung
- 23,7 %: Sehen keine Hindernisse (offen für E-Fahrzeuge)
- 3,1 %: Weiß nicht / keine Angabe
Flexibilität als Schlüssel für den Markterfolg von E-Fahrzeugen
„Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass flexible Nutzungsmodelle den Durchbruch beschleunigen könnten. 17 Prozent der Befragten nennen fehlende flexible
Vertragsmodelle als Hindernis. „Wir sehen großes Interesse an Testphasen und kürzeren Bindungen“, erklärt Thies. „Viele Betriebe würden gerne ausprobieren, bevor sie sich festlegen. Das ist nachvollziehbar – schließlich investieren sie oft in ihre Existenzgrundlage. Deshalb haben wir unser Angebot gezielt um flexible Laufzeiten und Testoptionen erweitert, um diesen Bedarf aufzugreifen.“
Diese Erkenntnisse spiegeln einen grundlegenden Wandel im Mobilitätsbedarf wider: weg von standardisierten Lösungen hin zu individuell anpassbaren Konzepten, die sich an der Realität des jeweiligen Betriebs orientieren.
Die Bereitschaft ist also da – was fehlt, sind die passenden Rahmenbedingungen. Hier zeigt sich, dass der Markt noch nicht optimal auf die Bedürfnisse des Handwerks eingestellt ist.
Ausblick: Evolution statt Revolution
Trotz der Hürden prognostiziert Thies eine kontinuierliche Elektrifizierung der Handwerksflotten – allerdings evolutionär. „Der Wandel wird schrittweise erfolgen, getrieben von verbesserter Technik, sinkenden Kosten und steigendem Kundendruck. Wer heute die richtigen Weichen stellt und realistische, flexible Lösungen anbietet, begleitet eine ganze Branche durch diesen Transformationsprozess.“
Über MHC Mobility
MHC Mobility ist ein europäisches Mobilitätsunternehmen im Besitz einer Tochtergesellschaft von Mitsubishi HC Capital UK PLC und ist in sieben europäischen Ländern vertreten: Österreich, Belgien, Deutschland, Ungarn, Luxemburg, den Niederlanden und Polen. MHC Mobility bietet vollständig integrierte und innovative Mobilitätslösungen für Kunden – sowohl lokal als auch grenzüberschreitend.
Unsere einfachen und transparenten Lösungen umfassen alles, von Leasing und Flottenmanagement bis hin zu umfassenden End-to-End-Dekarbonisierungslösungen für Unternehmen, einschließlich Infrastruktur, Energiespeicherung und Beratung. Damit unterstützen wir unsere Kunden dabei, die Herausforderungen beim Betrieb nationaler und internationaler Flotten zu meistern und ihre Umweltbelastung zu reduzieren.
MHC Mobility ist ein Vorreiter in der Mobilitätsbranche mit einer Flottengröße von über 12.000 Fahrzeugen in ganz Deutschland. Zusätzlich zur Zentrale in Bockel betreut das Unternehmen seine Kunden an acht weiteren MHC Mobility Centern deutschlandweit. Persönliche Kundenbetreuer entwickeln maßgeschneiderte Mobilitätskonzepte für Geschäftskunden und begleiten den gesamten Prozess der Flottengestaltung und -verwaltung.
Weitere Informationen finden Sie unter www.mhcmobility.de
Pressekontakt:
Dr. Torben Kneisler
Dederichs Reinecke & Partner
Tel.: +49 40 20 91 98 242
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